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Affiliate-Werbemittel mit versteckten Links

13. Februar 2012 — Google
Affiliate Werbemittel mit versteckten Links

Gute Links sind nicht einfach zu bekommen. Linktexte zu umkämpften Suchbegriffen umso schwieriger. Ist es daher fair, wenn man Werbemittel auf Provisionsbasis anbietet und damit einen zusätzlichen Link verknüpft? Viele Affiliates fühlen sich da schon hinters Licht geführt. Ein richtigehendes Kuckucksei versucht nun die Unister GmbH via deren Ab-in-den-Urlaub.de beim Affiliate-Vermittler Zanox unterzubringen: gleich zwei versteckte Links hinter dem Werbebanner. Nicht nur ein klarer Verstoß der einbauenden Webseite gegen die Richtlinien der Suchmaschinen, sondern auch gegen meine Vorstellungen von Fairness und Partnerschaft.

Der Affiliate-Banner

Reisethemen konvertieren meiner Erfahrung nach nicht besonders gut. Das liegt daran, dass sich viele angehenden Urlauber einen Überblick verschaffen und dann bei der Buchung auch Wert auf Bekanntheit, Image usw. des Anbieters legen.
Als Affiliate im Reisebereich setzt man daher meist soweit möglich auf bekannte, häufig beworbene Marken — wie ab-in-den-Urlub.de der Unister GmbH. Diese bietet über das Affiliate-Netzwerk Zanox Werbemittel zum Einbau in die eigene Webseite an. Bucht ein Besucher darüber eine Reise erhält der Einbauer des Werbemittels vereinfacht eine Provision. Soweit so gut.

Um nun allen Webseitenbesitzern den Werbemittel-Einbau zu erleichtern und die korrekte Zuordnung sicherzustellen, bieten Plattformen wie Zanox einen vom Werbepartner vermittelten, fertigen Code zum direkten Einbau (Copy & Paste) an.
Für einen Banner mit Suchfeld zum Thema Lastminute kam plötzlich folgendes:

Konkret sieht der Banner bei übernommenen Code wie folgt aus:

Screenshot Affiliate-Werbemittel unverändert

Screenshot Affiliate-Werbemittel (unveränderter Code; Stand: 13.02.2012)

Sieht aus wie gewollt, aber bei genauerem Blick in den Code sieht man, dass gleich zwei Links hinter dem Banner versteckt werden. Der erste mit Linktext “Last Minute Reisen” auf die Lastminute-Landingpage und der zweite mit “www.ab-in-den-urlaub.de” auf die Startseite. Mit teilweise deaktiviertem CSS sieht man das ganz gut:

Screenshot Affiliate-Banner mit teilweise deaktivertem Code

Screenshot Affiliate-Banner mit teilweise deaktivertem Code (Stand: 13.02.2012)

Schaut man sich den angebotenen Code genauer an, erkennen erfahrenere Nutzer schon, dass der Werbebanner ungewöhnlich umfangreich ist und untypischerweise direkte Links mit a href=..." enthält:

Der Einbaucode für ab-in-de-urlaub.de bei Zanox

Der Einbaucode für ab-in-de-urlaub.de bei Zanox (Ausschnitt; Stand 13.02.2012)

Persönliches Fazit

Meiner persönlichen Meinung nach jubelt hier der Werbeanbieter dem Affiliate zwei Links mit dem Werbemittel unter. Es hat weiter den Anschein, dass der Anbieter dadurch billigend in Kauf nimmt, dass die werbendenen Webseiten so gegen die bekannten Sitten und Richtlinien von Suchmaschinen wie Google verstoßen und dafür abgestraft werden.
Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei Unister und deren Urlaubswebseite so wenig Ahnung von Suchmaschinenoptimierung hat, als dass dies ein Versehen wäre. Vielmehr ist der Markt hart umkämpft und über 4.000 verlinkende Domains schaffen da schon ordentlich Suchmaschinenpower.
Kein Wunder, dass manche Affiliates so schlecht auf Vermittlerplattformen sowie Anbieter zu sprechen sind. Ähnlich kritische Diskussionen findet man beispielsweise bei Sören und Mario (“Linkspam”).
Was meint Ihr?

Update: Kündigung

Heute (14.02.2012) hat mich folgende E-Mail erreicht:

Sehr geehrte(r) Robert Hartl,
leider müssen wir Ihnen heute mitteilen, dass Ihre Partnerschaft mit der Werbefläche “…” auf das Partnerprogramm
- ab-in-den-urlaub DE -
vom Betreiber des Programms
- zum Zeitpunkt 14.02.2012 -
gekündigt wurde.
Fragen zu – ab-in-den-urlaub DE – richten Sie bitte direkt an den Betreiber des Partnerprogramms: affiliate@unister-gmbh.de. Tragen Sie bitte in die Betreffzeile “Partnerprogramm ab-in-den-urlaub DE” ein.
(…)

Angerufen oder eine persönliche E-Mail geschrieben hat niemand. Auch scheint man die versteckten Links weiterhin auszuliefern. Als positiv bleibt meiner Meinung nach nur festzuhalten, dass man beim Werbeanbieter solche Artikel ohne Brands im Titel relativ schnell entdeckt. Immerhin.

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12 Kommentare zu Affiliate-Werbemittel mit versteckten Links

Mir war bis vor kurzem auch nur bekannt, dass es einige Vertical-Netzwerke wie z.B. finanzen.de so machen – aber Unister scheint es inwischen bei mehreren Programmen über Zanox zu versuchen. Daher habe ich die Programme rausgeworfen, da das definitiv ein absolutes no-go ist.

Gravatar von Andreas - via garvatar.org Andreas →
Kommentar 1
13. Februar 2012 um 18:07 Uhr

Ach ja, wollte noch das weitere Beispiel nennen: Geld.de mit netten Titles wie “Zahnzusatzversicherung” ….

Gravatar von Andreas - via garvatar.org Andreas →
Kommentar 2
13. Februar 2012 um 18:09 Uhr

Meiner Meinung nach eine sehr agressive Strategie, die ggf. interessant ist wenn es sich um kleine “Affiliates” handelt. Wäre ich dort Premiumpublisher würde ich die Werbemittel direkt kicken, denn gerade im Travelbereich bieten eh 90% aller PP die gleichen Reiseangebote und die CTR der Werbemittel ist da auch nicht groß unterschiedlich.

Insgesamt eher sehr schädlich für die Reputation von Unister, welche im Affiliatebereich mitunter sehr wichtig ist.

Gravatar von Dennis - via garvatar.org Dennis
Kommentar 3
13. Februar 2012 um 19:34 Uhr

Auch wenn ich nicht für AIDU werbe.. Sauerei :/
Mehr braucht man dazu nicht sagen. Ich bin gespannt auf die Reaktion von Zanox…

Gravatar von Tim - via garvatar.org Tim →
Kommentar 4
13. Februar 2012 um 20:01 Uhr

Das Risiko einer Abstrafung durch Google wird in Kauf genommen und mit strategischer Suchmaschinenoptimierung hat das nichts mehr zu tun. Hier darf sich der Anbieter nicht wundern, wenn der gewünschte Effekt vielleicht kurzfristig eintritt, aber sich dann vollständig negativ auswirkt. Sehr unprofessionell.

Gravatar von Thorsten Piening - via garvatar.org Thorsten Piening →
Kommentar 5
14. Februar 2012 um 00:22 Uhr

Finanzen.de macht das zumindest nicht versteckt. Da kann man sicherlich auch darüber diskutieren, aber es ist offensichtlich und auch nicht zwingend ein Richtlinienverstoß, wenngleich der follow Link nur bedingt freiwillig ist.
Geld.de gehört auch zu Unister, wie übrigens auch fluege.de, versicherungen.de, reisen.de, kredit.de, auto.de, preisvergleich.de, usw. Ggf. hier mal die Werbemittel prüfen.
Etwas enttäuscht bin ich auch von Zanox. Ich kenne deren Vorgaben nicht, aber sowas sollte zumindest gegen die Regeln von Zanox für Werbetreibende sein, so dass man automatisch prüfen und ggf. handeln kann.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 6
14. Februar 2012 um 07:02 Uhr

auja, da bin ja jetzt mal gespannt! gleich mal nen Crawler anwerfen und raufinden wieviele Affiliates jetzt schon als Linkspender herhalten müssen! ;-)

….gibt ne schöne Infographik denke ich!

Beste Grüße
Nico

Gravatar von activetraffic - via garvatar.org activetraffic →
Kommentar 7
14. Februar 2012 um 10:15 Uhr

Ich persönlich mache das eigentlich generell so, dass ich Bild und Link selbst zusammenbaue.
Ich benutze nicht den vorgefertigten Code der Anbieter.

Gravatar von Sebastian - via garvatar.org Sebastian →
Kommentar 8
14. Februar 2012 um 14:16 Uhr

bei Ihren Inhouse PPs kenne ich das ja schon hier hatte ich mal 18 Links abbekommen! Aber das so dreist über Zanox gearbeitet wird ist schon krass aber ich glaube Zanox wird sich wie immer dazu nicht äußern!
Obwohl Zanox an sich für Werbemittel Codes auch die Verantwortung mit trägt. Fraglich ist ob hierbei nicht sogar Zanox den größeren Schaden davon trägt denn was will man bei einem Netzwerk bei dem man nicht einmal ohne große Kontrolle jeden Werbecode einbinden kann!

Gravatar von Tobias - via garvatar.org Tobias →
Kommentar 9
14. Februar 2012 um 14:41 Uhr

Ich finde es unendlich dreist und finde, die gehören komplett aus dem Netzwerk verbannt. Aber sowas würde zanox nie machen. Unister ist mit Ihrer Seite “Partnersuche.de” derzeit auch negativ in den Medien vertreten, bzgl. Abmahnungen vom Wettbewerb.

Gravatar von Mark - via garvatar.org Mark →
Kommentar 10
14. Februar 2012 um 15:20 Uhr

So etwas geht gar nicht und dann noch eine Kündigung hinterher schieben ist wieder mal typisch bei solchen Fällen. Dass die aber mal die eigene Seite und die vom Affiliate einer möglichen Google Penalty aussetzen, scheint denen überhaupt nicht in den Sinn zu kommen.

Gravatar von Andreas - via garvatar.org Andreas →
Kommentar 11
14. Februar 2012 um 20:55 Uhr

Man sollte solche Programme und Angebote als Kunde und als Affiliate absolut boykottieren. Das ist doch eine Frechheit von ab-in-den-urlaub bzw. der Unister GmbH. Ja man sollte dort einfach nichts mehr kaufen und der Firma vor allem nicht verhelfen neue Kunden zu erhalten, dazu gleich mal die anderen Projekte die, die Unister GmbH mit vertreibt und dann mal schauen wer dann dumm schaut.

Die meinen doch auch alle anderen sind blöd *grrr*

Gravatar von Andy - via garvatar.org Andy
Kommentar 12
2. März 2012 um 08:29 Uhr

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