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Ab wann Blog-Kommentare Spam sind

2. August 2010 — Google Optimierung
Blog Kommentar Spam

Jeder Blog mit Kommentar-Funktion kennt das Spam-Problem. Dabei meine ich nicht den automatisierten Kommentar-Spam. Es folgt ein Grundsatzartikel für alle eBay-Linkaufbauer, Billig-SEOs, Möchtegern-Suchmaschinenoptimierer und unwissende Mitarbeiter in Agenturen oder Marketingabteilungen zum Lesen, Ausdrucken und an die Wand hängen. Denn sie alle sind auf der Jagd nach Links mit möglichst passendem Linktext – und möglichst wenig Aufwand. Schon Heinrich Böll fragte sich, woher nehmen, wenn nicht stehlen? Blog-Kommentare sind nicht erst seit Bernd Sonnensegel verlockend. Hat mich bislang die stupide Ignoranz mancher Kommentare nur gelangweilt, reicht’s jetzt endgültig.

Wieso Kommentare zum Linkaufbau nicht taugen

Da es wenig bringt pauschal zu verurteilen, will ich versuchen durch Erklären hoffentlich einige Spammer zu überzeugen. Lesson learned: es bringt nichts.
Wieso?

  1. Fast alle Kommentare werden mittlerweile moderiert und kontrolliert. Denn kein ernsthafter Blog(-Betreiber) kann es sich leisten, den abgesonderten Schwachsinn auf den eigenen Seiten dauerhaft zu veröffentlichen. Damit fallen alle automatisierten, nichtssagenden oder unpassenden Kommentare sowieso durch: Zeitverschwendung für beide Seiten.
  2. Andernfalls ist ein Großteil der Kommentarlinks für Suchmaschinen unverfolgbar (Stichwort nofollow). Vielleicht klickt mal einer, aber das war’s dann auch schon: Kein Boost.
  3. Der Kommentar-Spam und dessen Funktionsweise hat mittlerweile wirklich jeden Blogger erreicht, auch wenn dieser gar nichts mit der Thematik zu tun hat. Man weiß, wie und wieso jemand beispielsweise Tee-Liebhaber heißen will – nur wegen des dadurch verlinkten Keywords. In 99% der Fälle wird daher selbst ein inhaltlich brauchbarer Kommentar zumindest nicht mit dem gewünschten Link veröffentlicht werden. Bringt also auch nichts.
  4. In den restlichen Fällen (mittlerweile sicherlich die absolute Ausnahme) währt die Freude über den schnellen Link nicht lange. Denn dies nutzen auch andere Spammer der übleren Sorte, so dass der Link direkt neben Casino, Poker und anderen sensiblen Themen steht. In dieser Nachbarschaft dürfte der Link jedenfalls nicht positiv auffallen. Bringt also auch nichts (positves).

Ein Beispiel für den angesprochenen Kommentar-Spam

Blog-Spam durch Kommentare
Beim ersten Kommentar hat die Dame sogar zwei (!) Links ins URL-Feld geschrieben. Das war auch kein Anfängerfehler wie die Backlinks der URL zeigen. Der absolut schwachsinnige Kommentarinhalt wurde übrigens zu einem SEO-Text (!) anhand einer nicht (!) existierenden Teesorte abgegeben – nach 3 Minuten gleich nocheinmal. Für mich grenzt das an einen (schadensersatzpflichtigen) widerrechtlichen Eingriff in den (…) Geschäftsbetrieb. Wegen der Adresse aus Paraguay allerdings sowieso abwegig.
In diesem Fall werde ich beide Kommentare wohl sogar freischalten – natürlich mit nichtverlinkter, aber sichtbarer URL. Soll sich jeder interessierte Leser seinen Teil über die verlinkte Firma denken.
Danke auch.

Wann ein Blog-Kommentar nicht Spam ist

Ich will damit nichts gegen Blog-Kommentare generell oder mit Link im Besonderen sagen, ganz im Gegenteil. Für mich gehören die Kommentare zum Blog und Blogartikel – ich lese meistens alle Kommentare und klicke bei besonders informativen und lesenswerten Inhalten natürlich auf die URL des Verfassers. Das und nur das ist der Sinn und Zweck einer Kommentarfunktion.
Folgende Regeln zeichnen einen guten Kommentar aus:

  1. Der Verfasser gibt seinen wirklichen Namen im Namensfeld des Kommentarbereichs an. Pseudonyme sind je nach Thema, Bekanntheit und Verwendung kritisch. Wer wirklich “Kredit” heißt soll mir eine Ausweiskopie faxen und die Telefonnummer seiner Eltern geben.
  2. Der Kommentarinhalt passt zum Artikel und ergänzt diesen um lesenswerte Inhalte. Ein “super Artikel, klasse, weiter so”, entspricht dieser Anforderung keinesfalls.
  3. Sind Benutzerbilder der Kommentierer (Gravatare) aktiviert und gehört der Blog zu einem internetaffinen Thema macht es sich gut, auch ein solches, aussagekräftiges Bild dort zu hinterlegen, damit es angezeigt wird.
  4. Sind zumindest die ersten beiden Punkte erfüllt, macht auch die Angabe der zur Person passenden URL Sinn. Denn dann wird diese auch geklickt und mit entsprechendem Interesse verfolgt. Denn bei Kommentaren geht es nicht um Suchmaschinen, sondern um Interaktion und Reputation.

Übrigens werden hier alle Kommentare moderiert und pauschal alle Kommentarlinks (nicht Pingbacks und Trackbacks) mit nofollow versehen – schon allein um die Pseudokommentierer wie oben fernzuhalten.

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17 Kommentare zu Ab wann Blog-Kommentare Spam sind

Sehr informativer Artikel, Danke dafür.

Das mit dem schadensersatzpflichtigen, widerrechtlichen Eingriff in den Geschäftsbetrieb finde ich besonders interessant, wissen Sie, ob das schon mal ein Blogger durchgezogen hat, und wenn ja mit welchem Ergebnis?

Zum Glück ist inzwischen Akismet so gut, dass ein Großteil des Spams automatisch herausgefischt wird, aber solche Spamversuche, wie sie sehr gut im Artikel dargestellt sind, kommen leider immer wieder vor, die Praxis, solche Kommentare ohne den Link aber mit der Anzeiger der URL trotzdem zu veröffentlichen werde ich mir auch angewöhnen.

Danke für den Tipp.

Jürgen Schnick

Gravatar von Jürgen Schnick - via garvatar.org Jürgen Schnick →
Kommentar 1
3. August 2010 um 09:01 Uhr

Ich denke (also ohne Gewähr), der Anspruch ist abwegig, da dieser einschränkend nur gilt, wenn der Eingriff gegen den Betrieb als solchen gezielt gerichtet ist (vgl. Streik). Darum geht es in den Spamkommentaren ja nicht wirklich. Allerdings blockiert diese Arbeit den laufenden Geschäftsbetrieb und belegt Ressourcen. Daher kam ich auf den Vergleich.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 2
3. August 2010 um 11:36 Uhr

Ich habe bei mir gut lesbar : “Seiten mit gewerblichem Hintergrund und kommerzielle Links sind nicht erwünscht und werden editiert. ” im Kommentar Bereich eingefügt. Das hält aber nicht jeden ab.

Letzten Monat habe ich den Inhaber einer Firma ( villa irgendwas) , die es wiederholt versucht hatten bei mit zu spammen über Xing kontaktiert, um zu klären ob er wüsste wer schon mehrfach versucht hat mich zu ärgern.
Er wusste es natürlich nicht.
Eine Kommentar- Spam Blacklist ala BooCompany müsste es geben.

Gravatar von Thom - via garvatar.org Thom →
Kommentar 3
3. August 2010 um 15:52 Uhr

super Artikel, klasse, weiter so
[Anmerkung Admin: auf den hab ich schon gewartet]

Gravatar von Keyword1 Keyword2 - via garvatar.org Keyword1 Keyword2
Kommentar 4
3. August 2010 um 16:10 Uhr

Hallo,

bei meinem Blog häufen sich auch die Spam-Kommentare.
Bisher zum Glück nur ca. 5 pro Woche.

Erst heute wollten zwei auf Ihre Seite für Rasierer aufmerksam machen.
Thematisch komplett daneben… Es nervt einfach nur!

Mein Blog ist relativ klein und wenig bekannt, da lässt sich das noch schnell
managen. Aber welche Menge an Spam-Kommentare kommen auf bekannte Blogs zu.
Kann hier jemand Zahlen nennen?

Gruß
Christian

Gravatar von Christian - via garvatar.org Christian →
Kommentar 5
3. August 2010 um 16:19 Uhr

Jaja, die Kommentare. Ich denke, dass man aus SEO-Sicht weiterhin damit rechnen muss, da sie mittlerweile – auch mit nofollow! – einen natürlichen Bestandteil des Linkmixes bieten. Und im dofollow-Bereich können Sie sogar etwas bewirken (zumindest hat man dies am Sonnensegel-Beispiel gesehen). Ansonsten stimme ich den Aussagen hier weitgehend zu.

Gravatar von Loewenherz - via garvatar.org Loewenherz →
Kommentar 6
3. August 2010 um 17:29 Uhr

Ich glaube auch, dass du es dir zu einfach machst zu sagen, dass Blog-Kommentare gar nicht für SEOs taugen. Ich denke, dass gut gemachte Blog-Kommentare sogar ein sehr guter Teil eines Backlink-Mixes sein kann, denn – da bin ich ganz bei Loewenherz – sie sind einfach ein Bestandteil eines natürlichen Linkprofils. Und wenn sie nofollow sind umso mehr.

Gravatar von Jan - via garvatar.org Jan →
Kommentar 7
3. August 2010 um 22:26 Uhr

Herrn Sonnensegels Webseite ist ja mittlerweile ordentlich abgestürzt – vielleicht aber auch manuell bewerkstelligt durch die Aufmerksamkeit.
Ansonsten mögen nofollow-Links zum natürlich wirkenden Linkmix gehören, dürfte aber nicht zwangsläufig wichtig sein, wenn die übrigen Links “sauber” sind.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 8
3. August 2010 um 23:45 Uhr

Ich bin gespannt wann Google Akismet kauft ;) .

Gravatar von Dominik - via garvatar.org Dominik →
Kommentar 9
4. August 2010 um 18:55 Uhr

Schöner Artikel, weiter so…. ;-)

Ne, im Ernst. Ehrlich gesagt stört es mich nicht wenn der Kommentar zum Thema passt und konstruktiv ist. Da stimme ich Dir in Punkt 2 ganz und gar zu. Dann darf man auch in meinen Blogs kräftig die Kommentarfunktion nutzen ohne Punkte 1, 3 und 4 zu erfüllen. An der Stelle verrate ich natürlich nicht, dass es bei mir im Blog ab 140 Zeichen einen Follow Backlink gibt und darunter nicht. ;-) Schönes WP-PlugIn

Gravatar von Gawlik - via garvatar.org Gawlik →
Kommentar 10
9. August 2010 um 22:34 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. Warum ist eine Firma automatisch böswillig, weil sie versucht über Blogs Links zu generieren? Kommt es nicht auf die Qualität des Kommentars an? Ein guter Kommentar hat einen Backlink verdient (und nicht nur Nofollow!). Wenn alle Blogger das in dieser Form anbieten würden, könnten sie auf diese Weise auch jede Menge (echter!) Leser hinzugewinnen.
Verständnis zur Empörung habe ich bei automatisierten Kommentarspam und bei einfallslosem Quatsch wie “super Artikel, klasse, weiter so”. Das Zeug löscht man und gut. Wer aber auf den Artikel eingeht, eine sauber formulierte Meinung abgibt oder sogar eine zusätzliche Information beiträgt, soll sich auch über einen Link freuen dürfen. Eine prinzipiell SEO-Hetzjagt finde ich unangemessen.

Und zum Thema Möchtegern-SEO: Professionelle SEOs (auch Blackhats) arbeiten mit Linkpyramiden oder Linkwheels. Bei diesen Verfahren werden nur die “unteren Schichten” des Linkturms mit Automatisierungstechniken gepushed, damit die eigentliche Zielseite von Google nicht abgestraft wird – falls Google merkt, dass mit Automatisierungstechniken gearbeitet wurde. Auf diese Weise ist es auch für den rachsüchtigen Blogbetreiber sehr anstregend herauszufinden, welche Firma den Spam nun eigentlich veranlasst hat, da das Linknetz sehr komplex ist, bis es letztlich bei der Zielseite ankommt. Dies nur zur Info.
Und noch eine Anmerkung: Wenn ein Blackhat-SEO von einem “rachsüchtigen” Blogbetreiber erfährt, der sich zum Ziel gesetzt hat alle Spammer an den Pranger zu stellen, könnte dieser auf die Idee kommen ein paar Spambeiträge auf diesem Blog für die Konkurrenz zu posten… Auch das sollte man sich vor Augen halten, bevor man vorschnell aburteilt – denn vor allem im Internet sind die Dinge sehr oft nicht so, wie sie scheinen.

Gravatar von Seo - via garvatar.org Seo
Kommentar 11
15. Juli 2011 um 15:15 Uhr

Ich habe nichts per se gegen eine Linkmitnahme bei lesenswertem Kommentar. Das steht so auch nirgends. Ich habe nur etwas gegen die Ankertexte, die da kommen. Kein Mensch heißt Ferienhaus Toskana. Das ist dann für mich jedenfalls Spam. Stünde da ein Vorname – kein Problem, wenn die Webseite in Ordnung ist.
Ob nofollow oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Da gibtes sicherlich für beide Seiten gute Gründe.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 12
15. Juli 2011 um 16:25 Uhr

Hallo lieber Blogger.

Ich bin relativ neu dabei und habe jetzt meinen ersten Blog aufgemacht. So ganz hab ich noch nicht verstanden was daran so schlimm ist wenn man Kommentare mit Links bekommt solange Sie Themenrelavant sind.

Gruß René

Gravatar von Rene - via garvatar.org Rene →
Kommentar 13
13. August 2011 um 16:30 Uhr

Hi Rene, es geht um den Linktext. Der Kommentar wird ja meist mit dem Inhalt des Namensfeldes verlinkt. Daher geben viele als “Name” ihr Keyword, wie “Linkaufbau” oder “Kroatien Reisen” an. Darum geht dieser Artikel.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 14
16. August 2011 um 07:07 Uhr

Der SEO Spam ist nervig und auch mich wundert, dass sie es immer wieder versuchen und auch viele aus Deutschland sind dabei mit ziemlich nichtssagenden Kommentaren.

Ich versuche es erst einmal im Guten und, wenn das nichts hilft gibt es immer noch die Unterlassungsklage mit vorgeschalteter Abmahnung genauso wie beim Offline Spam (Telefon und Briefkasten).

Gravatar von ulrics - via garvatar.org ulrics →
Kommentar 15
11. September 2011 um 19:14 Uhr

Schöner Artikel, ich kenne das auch mit dem Spam-Kommentaren & zum Glück gibt es auf WordPress so einigen Schutz dafür. Vor kurzem noch habe ich wieder 17.000 Spam-Kommentare löschen müssen. Wirklich schlimm & danke für die Aufklärung hier. Liebe Grüsse aus Bochum

Gravatar von Chris - via garvatar.org Chris →
Kommentar 16
4. Januar 2013 um 00:49 Uhr

Die Grenze zwischen Kommentar und Spam ist doch eigentlich nur fließend. Letztendlich würde doch kaum jemand etwas kommentieren, wenn er dafür keinen Backlink erhalten würde.

Gravatar von Sakia Kern - via garvatar.org Sakia Kern →
Kommentar 17
9. März 2013 um 15:17 Uhr

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