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Das Google Update “Panda” in Deutschland

16. August 2011 — Google
Das Google Update Panda

Das Google Update “Panda” leitet sich ab von Navneet Panda, einem Ingenieur bei Google, der maßgeblich für dieses Update war und daher intern nurmehr “Big Panda” genannt wird. Nach offiziellen Angaben ist das aktuelle Panda Update nur eine von etwa 500 geplanten Verbesserungen für die Google Suche, die allein für 2011 geplant sind. Ob man die vielen Innovationen und Veränderungen der Google Suche gut heißt oder nicht: wer mitspielen will, muss sich an die Spielregeln halten. Und die hat das Panda-Update teilweise grundlegend verändert. Hintergründe, Argumente und Auswirkungen zum Google Update Panda werden im Folgenden kurz vorgestellt, da sie Kern einer neuen Ausrichtung der Suchmaschine Google sind.

Einführung des Panda-Updates

Google hat das Panda Update u.a. in Deutschland am Freitag, den 12.08.2011 eingeführt. Im englischsprachigen Bereich wurde das Panda Update bereits im Frühjahr dieses Jahres eingeführt und in mehreren kleinen Folgeupdates verbessert oder korrigiert – je nach Sichtweise. Im April kündigte man das Panda Update auch für weitere Sprachen an, wollte dazu aber noch ausreichend testen. Mit Ausnahme der asiatischen Sprachen ist diese Testphase nun vorbei und das Panda Update auch in Deutschland angekommen.

Qualitativ hochwertige Webseiten

Credo des Panda Updates und der offiziellen Ausrichtung der Google Suche sind “qualitativ hochwertige Webseiten”!. Googe versucht also dem Suchenden vorwiegend Seiten zu präsentieren, die dem Suchenden ein “bestmögliches Nutzererlebnis” bieten. Manch Leser mag darin einen Paradigmenwechsel von klassischen Rankingkriterien hin zu Nutzererwartung und Erfüllung dieser Ansprüche sehen. In einem bemerkenswerten Beitrag erklärt Google auch, was qualitativ hochwertige Webseiten aus ihrer Sicht ausmache.
Die genannten Kriterien sind aber allesamt “menschlicher Natur” und unmittelbar keine algorithmischen Faktoren. Ein paar Beispiele:

  • Würdet ihr den in diesem Artikel enthaltenen Informationen trauen?
  • Wurde der Artikel von einem Experten oder einem sachkundigen Laien verfasst oder ist er eher oberflächlich?
  • Weist die Website doppelte, sich überschneidende oder redundante Artikel zu denselben oder ähnlichen Themen auf, deren Keywords leicht variieren?
  • Enthält dieser Artikel Rechtschreibfehler, stilistische oder Sachfehler?
  • Entsprechen die Themen echten Interessen der Leser der Website oder werden auf der Website Inhalte generiert, mit denen ein gutes Ranking in Suchmaschinen erzielt werden soll?
  • Enthält der Artikel Originalinhalte oder -informationen, eigene Berichte, eigene Forschungsergebnisse oder eigene Analysen?
  • Hat die Seite im Vergleich zu anderen Seiten in den Suchergebnissen einen wesentlichen Wert?
  • In welchem Maße werden die Inhalte einer Qualitätskontrolle unterzogen?
  • Werden in dem Artikel unterschiedliche Standpunkte berücksichtigt?
  • Würdet ihr diese Website als kompetente Quelle erkennen, wenn sie namentlich erwähnt würde?
  • Würdet ihr diese Seite zu euren Lesezeichen hinzufügen, an Freunde weitergeben oder empfehlen?
  • Enthält dieser Artikel unverhältnismäßig viele Anzeigen, die vom eigentlichen Inhalt ablenken oder diesen beeinträchtigen?
  • Würden sich Nutzer beschweren, wenn ihnen Seiten von dieser Website angezeigt würden?

Erklärungsversuche

Es geht also darum, maschinell herauszufinden, ob die einzelne Trefferseite qualitativ hochwertig sein dürfte – oder eben eher nicht. Dass Google diese Folgerungen nicht explizit nennt, ist klar.
Betrachten wir zuerst die ersten Auswirkungen des Panda Updates, bevor wir uns mit Erklärungen versuchen.

Verlierer und Gewinner des Panda Updates

Die Sichtbarkeit einer Webseite in den regulären Google Suchergebnissen kann man mit Hilfe mehrerer Tools messen. So haben etwa Sistrix, Searchmetrics und Seolytics mit ihren Tools die Verlierer (und Gewinner) des Panda Updates ermittelt.
Auffällig ist aus meiner Sicht, dass erstens Frage-Antwort-Portale, zweitens Artikelsammlungen diverser Autorenseiten und drittens Aggregatoren wie Preisvergleiche negativ betroffen sind, wobei es in jeder dieser Sparten auch Gewinner gab.
Ein exemplarisches Beispiel (Sistrix Sichtbarkeitsindex von Gutefrage.net):
Auswirkungen des Google Panda-Updates
Angeblich betrifft das Update in Deutschland spürbar nur 6-9% aller Suchanfragen (beim ersten Rollout im englischsprachigen Bereich waren es fast 12% nach Google-Angaben). Google erhält durch eine Erweiterung ihres Chrome-Browsers u.a. Webseiten, die Nutzer blocken. Diese Webseiten wurde nur als Kontrollgruppe herangezogen. 84% dieser Seiten seien vom Panda Update betroffen. Damit rechtfertigt Google die Wirksamkeit des Updates.
Den meisten normalen Nutzern wird das kaum auffallen. Denn selbst Gutefrage.net hat einige schöne Rankings behalten und rankt weiterhin noch ganz ordentlich. Nur eben nicht mehr so überragend. Aus meiner Sicht, treffen am Beispiel Gutefrage.net einige der genannten Kriterien qualitativ guter Webseiten zu bzw. nicht zu.
So sind viele Antworten laienhaft, es gibt zahlreiche doppelte, ähnlche oder sich überschneidende Fragen, die häufig orthografisch und/ oder grammatikalisch fehlerhaft sind. Weiter beschränkt sich die inhaltliche Qualitätskontolle auf ein Meldesystem für unangemessene Beiträge. Auch ist die Webseite nie wirklich selbst die “kompetente Quelle”, sondern verweist allenfalls auf solche. Diese Liste ließe sich sicherlich fortsetzen, das Prinzip ist jedoch auch so klar.

Ursachen im Detail

Am Beispiel von Gutefrage.net ist vor allem auffällig, dass es kaum Toprankings betroffen hat, sondern eher im so genannten Long-Tail-Bereich greift.
Die Keywordverteilung VOR dem Panda Update:

Rankingverteilung vor dem Panda Update

Rankingverteilung vor dem Panda Update


Die Keywordverteilung NACH dem Panda Update:
Rankingverteilung nach dem Panda Update

Rankingverteilung nach dem Panda Update


Prozentual hat sich vorne wenig geändert, absolut gesehen schon. Die Rankings sind quasi “nach hinten” verschoben worden.
Das ist bei vielen der so genanten “Verlierer” des Panda Updates ähnlich.

Folgen des Panda Updates

Bedenkt man weiter, dass bei den Gewinnern die Anzahl viel größer ist, zeigt sich, dass der sichtbare Index dadurch breiter und vielfältiger geworden sein dürfte. Denn auf der Gewinnerseite gibt es keine solch großen Sprünge wie auf der Verliererseite. So rutschten die meisten Seiten einfach ein, zwei Plätze nach oben und füllen die neuen Lücken auf. Bei den meisten Webseiten dürfte sich daher kaum Gravierendes geändert haben.

Spannend wird sein, ob auch in Deutschland schon bald ein neues, teilweise korrigierendes Update zum ersten Panda-Update folgen wird. Denn wieso Pseudosuchmaschinen gänzlich ohne eigenen Inhalts wie Yasni ohne wirkliche Verluste durchgekommen sind, vermag ich mir nicht recht zu erklären.

Was heißt Panda nun für Webseitenbetreiber?

Sicherlich hat es auch einige Webseiten zu Unrecht hart getroffen. Bedenkt man, dass viele Geschäftsmodelle finanziell auf die Google-Besucher angewiesen sind, trifft das Panda Update manche Webseitenberteiber sehr hart, vielleicht zu hart.

Fakt ist, dass Google diesen Weg weiter gehen wird. Alle technisch auswertbaren und bewertbaren Indizien sind oder werden dazu relevant. Auch sagt Google ganz offen, dass einzelne schlechte Seiten die ganze (Sub)Domain in den Abgrund ziehen können.

  1. Also sollte man solche nutzlosen Seiten aktiv angehen: entfernen bzw. von der Indizierung ausschließen, auf eine andere (Sub)Domain verschieben oder eben messbar nützlich machen.
  2. Weiter gilt es, den Besucher besser zu bedienen, inhaltlich mehr zu bieten und optisch vertrauenswürdiger zu erscheinen. Auch die Erscheinung in den Suchergebnissen mit Titel, Beschreibung und URL sollte man vielleicht unter diesen Gesichtspunkten überdenken.
  3. Ansonsten kann man auch direkt Feedback an Google übermitteln. Inwieweit dies berücksichtigt wird bzw. werden kann, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Mein persönliches Fazit

Aus meiner persönlichen Sicht halte ich das Panda Update grundsätzlich für gut bzw. gelungen. Dass der Algorithmus noch nicht ausgereift ist, zeigt sich an einigen Webseiten, welche die genannten “weichen” Kriterien ebensowenig erfüllen, wie die abgestraften Webseiten, aber im Gegensatz dazu kaum belangt wurden.

Allerdings sind zunehmend Faktoren wichtig, die Google als Suchmaschine gar nicht so einfach messen und vor allem bewerten kann.
Beispielsweise kann die Aufenthaltsdauer auf einer Webseite theoretisch (praktisch auch über die Google Toolbar, Google Analytics) ja nur erfasst werden, wenn derselbe Besucher identifizierbar wieder zur Suche zurückkommt. Weiter kann dieser Wert erst dann wirklich bewertet werden, wenn dieser Besucher auf ein anderes Ergebnis klickt oder die Suche verfeinert. Dass Google hier einen umfagreichen Datenpool hat, zeigt allein jede Statistik in den Webmaster Tools. Diese Werte aber vergleichend zu bewerten, halte ich für sehr schwierig, wenn überhaupt halbwegs gerecht machbar.
Wieweit das Google schafft und einfließen lässt, wird sich zeigen.

Definitive Gewinner des Panda-Updates sind aus meiner Sicht eindeutig die Tool-Anbieter, denen neben Aufmerksamkeit aus allen Internetbereichen auch eine Menge feiner Links zukommen. :-)
Was meint Ihr zum Panda Update?

Andere Meinungen zum Panda Update

In der Netzwelt und speziell auf den SEO-Blogs gibt es bereits eine Menge von Beiträgen zum so genannten Panda-Update. Einzelne, lesenswerte Artikel möchte ich hier exemplarisch aufgreifen und zum Weiterlesen und Weiterdenken empfehlen. Da sicherlich die kommenden Stunden und Tage noch einige Beiträge dazu folgen, werde ich versuchen, die Liste zu aktualisieren.

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3 Kommentare zu Das Google Update “Panda” in Deutschland

Ich find ja, dass das Panda-Update nicht wirklich schlechte Webseiten aus “Deutschland” gefiltert hat. In Amerika hats wirklich paar erwischt, aber in Deutschland konnte ich nur Unternehmen sehen, die ihre Arbeit gut machen wollten.

Gravatar von Mitch - via garvatar.org Mitch →
Kommentar 1
16. August 2011 um 18:30 Uhr

Hallo Mitch,
ich denke, dass sich jeder Webseitenbetreiber in obigen relevanten Größenordnungen Mühe gibt, schließlich basieren ganze Geschäftsmodelle auf dem Erfolg teiweise nur einzelner Webseiten. Da kostet jeder Besucherverlust gleich richtig Geld. Auch eHow und C0. geben sich ebenso wie zum Beispiel Suite101 Mühe – optisch, inhaltlich und funktionell.

Gravatar von Robert Hartl - via garvatar.org Robert Hartl
Kommentar 2
18. August 2011 um 07:18 Uhr

Zu Google Panda – klar liegen Freude und Frust wie im Leben nahe zusammen! Qualität soll von Quantität getrennt werden. Linkfarmen aufzuspüren als auch diese in der Sichbarkeit nach hinten zu befördern das nenne ich Qualitätssicherung.

Gravatar von Impuras - via garvatar.org Impuras →
Kommentar 3
22. August 2011 um 18:23 Uhr

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