
Fast alle Online-Shops generieren ihre Webseiten mit Hilfe einer Datenbank dynamisch. So basiert auch der beliebte Open-Source-Online-Shop OS-Commerce auf php. Damit wird für jeden Besucher die angeforderte Seite (dynamisch) generiert und diese dann im Browser angezeigt. In der Basiseinstellung bringt dies viele Hürden für Suchmaschinen. 5 grundlegende Tipps helfen Ihnen, damit Ihr OS-Commerce Online-Shop von Suchmaschinen (besser) indiziert wird.
Bitte bedenken Sie, dass der Artikel vom Februar 2006 datiert und weder Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität nach fast 2 Jahren beansprucht.
Die dynmaisch generierten Seiten spiegeln sich in der Grundeinstellung auch in der Url wieder. Dies erkennen Sie an übergebenen Parametern wie “&” oder “?”.
http://www.os-commerce.de/product_info.php?<br />cPath=1_8&products_id=9
Suchmaschinen wie Google erfassen diese Adressen zunehmend besser und stellen sie den herkömmlichen, statischen *.htm(l)-Seiten annähernd gleich.
Gerade bei Online-Shop-Urls gilt dies jedoch nicht oder nur eingeschränkt. Denn deren Adressen werden oft sehr lang und enthalten mehrere Parameter wie “&”. Dies führt zu Problemen für Suchmaschinen, wie Sie direkt bei Google nachlesen können.
Parameter wie id= werden ausdrücklich nicht (!) gespidert. Damit sind diese Seiten nicht im Suchmaschinen-Index und stehen für die Trefferanzeige nicht zur Verfügung.
Nun kann man dies verbessern, indem man die Parameter umschreiben lässt. Im Ergebnis siht die Adresse dann so aus:
http://www.os-commerce.de/product_info.php/cPath/1_8/products_id/9
id= ist ebenfalls weg.
Bei OS-Commerce gibt es die Funktion Search-Engine Safe URLs, welche die Urls entsprechend umschreibt. Dies erfolgt mittels dem Modul mod_rewrite in einer Datei namens .htaccess und erfordert einen Apache-Webserver. Dies wird bei vernünftigen Hostern in den meisten Fällen funktionieren.
Auch für menschliche Besucher wird – gerade bei Suchmaschinenergebnissen – die URL damit wesentlich benutzerfreundlicher.
Um jedem Besucher individualisieren und einen individuellen Warenkorb zuordnen zu können, verwendet OS-Commerce eine sog. Session-ID. Die Software vergibt für jeden Besucher eine individuelle Nummer (die Session-ID), welche man entweder in einem Cookie (Cookie Cache) auf dem Rechner des Benutzers hinterlegt oder welche man als Parameter einfach in der Url übergibt. Letzteres ist insofern praktisch, weil viele Benutzer Cookies gesperrt haben. Standardmäßig verwendet OS-Commerce Cookies, um die Session-ID abzulegen; hat der Besucher Cookies deaktivert wird die Session-ID in der Url übergeben. Da Suchmaschinen keine Cookies akzeptieren, sehen sie die Url mit der Session-ID. Die Url mit Session-ID kann dann so aussehen:
http://www.os-commerce.de/product_info.php/<br />cPath/1_8/products_id/9?osCsid=428166b6a41a80cff5db63b63f
In den offiziellen Google-Richtlinien heißt es, Sitzungs-IDs seien zu vermeiden.
Man kann nun versuchen per USER_AGENT die Suchmaschinen-Roboter als solche zu erkennen und Ihnen eine Url ohne Session-ID zuweisen, indem man das Anhängen der Session-ID für diesen Fall unterdrückt.
So schön diese Lösung klingt, sie hat mehrere kleine Haken.
Dies erfolgt vorwiegend um zu prüfen, ob nicht Suchmaschinen anderer Inhalt untergeschoben werden soll als menschlichen Besuchern (Spam). Ob allein die Unterdrückung einer Session-ID als Spam bewertet und bestraft wird, erscheint aber zweifelhaft. Letzten Endes muss jeder Shop-Betreiber selbst über das Risiko entscheiden.
Speziell für OS-Commerce gibt es mehrere Lösungen (Contributions):
Im head-Bereich einer Webseite sind zwei Bestandteile wichtig.
Der <strong>title</strong> ist sehr wichtig und wird ganz oben im Browser angezeigt. Dieser sollte individuell (!) für jede Seite die wichtigsten Schlüsselbegriffe beinhalten, für Menschen einen Sinn geben und nicht zu lang sein.
OS-Commerce bietet leider keine dynamische Erstellung des Seitentitels an. XT-Commerce erlaubt diesen manuell einzugeben, was aber bei mehreren Produkten sehr aufwändig werden kann.
Die description ist für die Trefferbeschreibung in den Ergebnislisten wichtig und sollte die wichtigsten Begriffe ebenfalls enthalten.
Eine sehr wertvolle OS-Commerce-Erweiterung stellt hierzu die Contribution Header Tags Controller dar.
Standardmäßig gibt OS-Commerce den Produktnamen als normale Tabellenzelle mit Fettschrift aus. Da aber Überschriften höher gewichtet werden, wenn sie in html als solche ausgezeichnet sind, kann man das leicht ändern.
In der Datei products_info.php weist man den Produktnamen den Überschrift-Tag h1, h2 oder h3 (je nach Hierarchie) zu. Damit das Design gewahrt bleibt, gibt man der Überschrift eine css-Klasse und formatiert Textgröße, Farbe, etc.. Ein Beispiel:
In der products_info.php:
<h2 class="produktname">Produktbezeichnung-Variable</h2>
In der css-Datei etwa so:
h2.produktname {
font:1.2 em bold verdana, arial, sans-serif;
}
Ist Ihr Online-Shop sowohl unter
erreichbar, verschenken Sie derzeit (noch) Potential, das man ganz einfach nützen könnte. Denn aktuell hat insbesondere Google Probleme damit und wertet beide Adressen separat, obwohl beide Male der gleiche Inhalt zu finden ist. Das führt zum nächsten Problem: bei doppeltem Inhalt (duplicate content) wird der für die Suchmaschine (!) weniger relevante ausgeschlossen.
Per .htaccess sollten Sie dies dadurch lösen, dass man einfach eine Adresse auf die benutzte Domain umleiten lässt. Wie der Code genau aussieht, hängt von der Struktur auf Ihrem Webserver ab. Am besten fragen Sie Ihren Hoster danach.
Ansonsten hilft Ihnen sicher gerne jeder Suchmaschinenoptimierer.
Dies sind nur 5 zentrale Tipps, die Ihren OS-Commerce Online-Shop für Suchmaschinen zugänglicher machen. Auf was man noch achten sollte, können Sie unserer SEO Checkliste entnehmen.
OS-Commerce beinhaltet beispielsweise viele unnötige Tabellen, welche aber nur von Spezialisten entfernt werden sollten.
Schaffen Sie Vertrauen!
Die Kaufrate hängt maßgeblich von der Benutzbarkeit des Online-Shops (große Fotos, ausreichend Beschreibung, Übersichtlichkeit) sowie von Vertrauen ab. Lesen Sie, wie Sie 12mal mehr Vertrauen in Online-Shops erreichen können.
Der Standard-Kaufverlauf des Shops erfüllt nicht die strengen Regeln zum Fernabsatz. Ebenso werden unnötig viele Daten abgefragt, die manchen Bestellwilligen letztendlich von einem Kauf abhalten.
(bei Golem können Sie weiterlesen, dass Händler zu wenig Verständnis für Kunden aufbringen und dass sich auch für kleine Unternehmen Online-Shops lohnen können.)
Im Blog schreibt Robert Hartl über CMS, SEO & Webdesign. Kontakt →
Hallo Tob,
in der Tat sind die Session-IDs eines der Probleme, die man entweder komplett abstellen oder nicht wirklich optimal lösen kann.
Robert Hartl →
Kommentar 2
26. August 2006 um 14:49 Uhr
dazu kann ich nur xt:commerce empfhelen, nicht nur dass es viel viel besser ist (usability), sondern auch in Bezug zu Suchmaschinen ist ab Version 3sehr viel getan worden, vor allem die sauberen urls und Anzeige der Kategorien.
Es gibt zwar irgendwie noch eine Kleinigkeit, aber das kann mit dem gratis script von shopstat lösen, die haben etwas, das nennt sich “Suchmaschinenfreundlich Urls”, und damit ists dann echt unglaublich.
Hannes →
Kommentar 3
9. Mai 2007 um 21:47 Uhr
Ich wil hier nicht Shopsysteme untereinander vergleichen, aber wer an OSCommerce oder XTCommerce denkt, der sollte sich unbedingt zuvor ZenCart anschauen – das in diesem Bereich meiner Meinung nach beste.
Robert Hartl →
Kommentar 4
10. Mai 2007 um 01:14 Uhr
Ich denke das sich jedes Shopsystem optimieren läßt. Es ist nur eine Frage des Aufwandes und der Finanziellen Möglichkeiten, die der einzelne hat. Außerdem gibt es kein ” bestes” Shopsystem. Ein Shopsystem muß immer auf die speziellen Bedürfnisse des Shopbetreibers zugeschnitten sein/ oder werden!
Dirk Karl Maßat →
Kommentar 5
24. Mai 2007 um 12:02 Uhr
Kann ich mich nur anschließen. So lange der Shopbetreiber selbst damit zurecht kommt, und das steht wohl auch im Vordergrund, wird sich auch der potentielle Kunde gut aufgehoben fühlen.
Matthias →
Kommentar 6
25. Juni 2007 um 16:18 Uhr
Schließe mich an, schließlich kommt es nicht auf die Benutzeroberfläche an, sondern wie die für Google wichtigen Algorithmen umgesetzt und berücksichtigt werden. Und das kann man bei jedem Shopsystem.
Bernhard Heß →
Kommentar 7
23. November 2007 um 09:18 Uhr
Kommentare werden erst nach manueller Freischaltung sichtbar.
Leider hat das Konzept unter Punkt 2 einen Haken. Die beiden Kritikpunkte
* fremde, neue Suchmaschinen werden nicht erkannt (was hinnehmbar wäre)
* auch Google-Roboter “tarnen” sich manchmal als Browser
werden auch von der empfohlenen Lösung, dem "Spider Session Remover" nicht besser gehandelt. Die erkennung eines SuMaBots erfolgt ebenfalls über den UserAgent.
Einziger Vorteil ist also, dass man sich eine Menge Scripting spart.
Kommentar 1
26. August 2006 um 09:36 Uhr